Damit es Grenzgänger nicht mehr so schwer haben
Der gemeinnützige" Verein
Staatsbürger/innen im Grenzgebiet" hat bereits 27 Mitglieder /
Zehnköpfiger weiblicher Vorstand
KEHL (cim). Der "Verein Staatsbürger/innen im
Grenzgebiet" kommt langsam in Fahrt. Im grenzüberschreitenden
"Kompetenzzentrum" in Kehl fand jetzt die erste große Versammlung statt.
Der Vorstand nahm die ersten Mitglieder auf und versuchte sie zur
Mitarbeit in Arbeitsgruppen zu bewegen. 17 Grenzgänger traten bei,
inklusive dem zehnköpfigen Vorstand sind es damit 27 Mitglieder.
Im Oktober war der gemeinnützige Verein von einer Gruppe
in Kehl lebender Franzosen gegründet worden. Ziel: Grenzgängern zwischen
Deutschland und Frankreich das Leben zu erleichtern. Dazu will der Verein
ihre Probleme dokumentieren, bei Verantwortlichen in Behörden "klare
Antworten" einfordern und darauf hinwirken, dass Unterschiede in Gesetzen
und Verwaltungsvorschriften zwischen Deutschland und Frankreich abgebaut
werden. Auch für das Modell "Eurodistrikt" will sich der Verein einsetzen.
Der Vorstand besteht aus zehn französischen Frauen, die
fast alle in Kehl leben. Vereinspräsidentin ist Monique Schneider,
Stellvertreterinnen sind Jeannine Söhnel und Monique Geggus. Zum Treffen
war auch Jean-Marie Woehrling von der Zentralkommission für die
Rheinschifffahrt, gekommen. Er wird dem neuen Verein in rechtlichen Fragen
privat zur Seite stehen. Ein Arzt aus Straßburg tut das bei
Gesundheitsthemen. Bénédicte Chêne war als Abgesandte der Beratungsstelle
Infobest zum Treffen gekommen. Sie wies darauf hin, dass man private
Probleme und solche, die alle Grenzgänger betreffen, voneinander trennen
müsse. Oftmals lägen einfach nur Missverständnisse oder Versäumnisse der
einen oder anderen Seite vor.
Die nächste Vollversammlung des Vereins soll Februar oder
März 2005 stattfinden. Aufgabe der Arbeitsgruppen ist es, bis dahin eine
Liste an konkreten Problemfällen zu schreiben. Monique Geggus sagte, es
gehe darum, nicht mit leeren Händen zu den Verantwortlichen zu gehen. Der
Kontakt zu Institutionen und anderen Vereinen sei zuletzt schwer gefallen,
weil man selbst kein Verein war, so Geggus weiter. Oftmals seien
Kontaktversuche in der Vergangenheit unbeantwortet geblieben. Weitere
Infos unter "www.frontaliers.net"
© Badische Zeitung:
Aus der Ortenau, 1. Dezember
2004 |