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Der Verein Staatsbürger/innen im Grenzgebiet teilt den Standpunkt des Bürgerforums Eurodistrikt, dass die Bürger mehr in die Arbeit für den Eurodistrikt einbezogen werden müssen. Unser Verein  hat in den vier Jahren seit seiner Gründung stetig auf die Probleme aufmerksam gemacht, die das Leben im Eurodistrikt erschweren, insbesondere für die Bürgerinnen und Bürger, die auf einer Seite des Rheins wohnen und auf der anderen beruflich
tätig sind.

Wir haben eine große Anzahl von Mandatsträgern diesseits und jenseits des Rheins getroffen: französische, deutsche und Europaabgeordnete, Bürgermeister, sowie Verantwortliche des Eurodistrikts und anderer Institutionen. Wir sind immer offen empfangen worden und konnten auf Problemen hinweisen, die unseren Gesprächspartner zum Teil unbekannt waren, so z.B. auf die Tatsache, dass in Kehl wohnende Franzosen zum Konsulat nach München reisen müssen um einen Ausweis oder Pass zu beantragen. Dieses Problem ist inzwischen gelöst, ab Januar 2009 können die Papiere in Straßburg beantragt werden.

Aber auf anderen Gebieten gibt es kaum Fortschritte, vor allem bei der Besteuerung, dem freie Zugang zu ärztlicher Behandlung und den Sozialleistungen. Europäische Bestimmungen, ja sogar zwischenstaatliche Verträge, die unser Leben erleichtern sollen, werden nicht umgesetzt oder falsch interpretiert. Wir brauchen einen Eurodistrikt mit größeren Zuständigkeiten, denn nur die Verantwortlichen vor Ort, die die Probleme der Bürger kennen weil sie mit ihnen in Kontakt stehen, sind in der Lage spezifische Lösungen für unser Gebiet durchzusetzen.

Monique Schneider
Vorsitzende des Vereins Staatsbürger/innen im Grenzgebiet

© Kehler Zeitung, 18.12.08


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